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BTP FinOps

CPEA oder BTPEA beim naechsten Renewal: Was die Migration konkret bedeutet

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BTPEA ist das strategische Nachfolgemodell für SAP BTP. Aber nicht für jeden Bestandskunden ist das nächste Renewal der richtige Zeitpunkt für eine Migration. Die Entscheidung hängt von konkreten Fragen ab, die vor dem Renewal beantwortet sein müssen. Dieser Artikel gibt Ihnen die Kriterien an die Hand, mit denen Sie die Lage einschätzen können.


Warum die Modellwahl mehr als eine Vertragsformalität ist

CPEA und BTPEA funktionieren nach derselben Grundlogik: vorab gekauftes Credit-Budget, flexible Nutzung über einen definierten Servicekatalog, monatliche Balance Statements. Der Unterschied liegt im Service-Scope und in der Deprecation Policy.

CPEA bietet einen historisch gewachsenen Katalog von rund 85 bis 90 BTP-Services. Dieser Katalog wird nicht mehr erweitert. Neue Services, die SAP nach der CPEA-Einführung entwickelt hat, sind ausschließlich über BTPEA zugänglich (Quelle: ASUG, SAP Experts Detail New SAP BTP Enterprise Agreement).

BTPEA ist seit 2024 das strategische Standardmodell für Neukunden. Es enthält neuere Services inklusive SAP Analytics Cloud und neue AI-Services aus dem SAP AI Portfolio. Es führt aber auch eine strukturierte Deprecation Policy ein: Services werden in Gruppe 1 (Support bis Vertragsende garantiert) und Gruppe 2 (Abkündigung mit mindestens 6 Monaten Vorankündigung möglich) eingeteilt.

Dieser Steuerungsmoment der Modellwahl entscheidet nicht nur über den Preis pro Capacity Unit. Er entscheidet über die Services, auf die Sie in der nächsten Vertragslaufzeit zugreifen können, und über den Governance-Aufwand, den Sie mit sich nehmen.


Sechs Fragen vor dem Renewal

1. Welche BTP-Services nutzen Sie heute aktiv?

Das klingt nach einer einfachen Frage. In der Praxis ist sie oft nicht einfach zu beantworten. BTP-Subaccounts wachsen über Jahre. Services werden aktiviert und nicht mehr abgeschaltet. Entitlements existieren, die niemand mehr einem aktiven Workload zuordnen kann.

Bevor eine Renewal-Entscheidung getroffen wird, brauchen Sie ein vollständiges Inventar: Welche Services sind in welchem Subaccount aktiv? Welche erzeugen tatsächlich Credit-Verbrauch? Welche sind aktiviert, aber ohne nennenswerte Nutzung (Shelfware)?

Dieses Inventar ist der Ausgangspunkt jeder Modellentscheidung. Ohne es verhandeln Sie auf unvollständiger Grundlage.

2. Sind alle genutzten Services im BTPEA-Katalog enthalten?

BTPEA hat Low-Adoption-Services aus dem Katalog entfernt. Wenn Ihre Prozesse auf einem dieser Services aufbauen und dieser nicht in BTPEA enthalten ist, haben Sie nach einer Migration zwei Optionen: Sie betreiben diesen Service als separate Subscription weiter, oder Sie planen eine Migration auf eine Alternativtechnologie.

Beides erzeugt Aufwand und Kosten, die in die Entscheidungsrechnung einfließen müssen. Der SAP Discovery Center Service Catalog (discovery-center.cloud.sap) zeigt tagesaktuell, welche Services in welchem Modell verfügbar sind. Dieses Inventar gehört in jeden Renewal-Vorbereitungsprozess.

3. Welche BTPEA-exklusiven Services planen Sie für die nächste Laufzeit?

SAP Analytics Cloud über ein Enterprise Agreement konsumieren, neue AI-Services aus dem SAP AI Portfolio einsetzen oder zukünftige Innovations-Services nutzen: All das geht nur über BTPEA.

Wenn Ihre Plattformstrategie für die nächsten drei bis fünf Jahre auf diesen Services aufbaut, ist das ein klares Argument für die Migration. Wenn Ihre aktuelle CPEA-Abdeckung ausreicht und kein unmittelbarer Bedarf an BTPEA-exklusiven Services besteht, ist der Handlungsdruck geringer.

Dieser Steuerungsmoment verdient eine ehrliche Bewertung: Was planen Sie tatsächlich einzusetzen, und was steht nur auf einer technologischen Wunschliste?

4. Welche Services fallen in Gruppe 2 unter BTPEA?

Die Deprecation Policy von BTPEA ist ein strukturelles Merkmal, das CPEA in dieser Form nicht kennt. Gruppe-2-Services können mit einer Vorankündigung von mindestens 6 Monaten aus dem Katalog entfernt werden.

Wenn Sie produktive Workloads auf Services betreiben, die in BTPEA in Gruppe 2 eingestuft sind, trägt der neue Vertrag ein Deprecation-Risiko, das Sie aktiv managen müssen. Das bedeutet nicht, dass diese Services abgekündigt werden. Es bedeutet, dass Sie ein Monitoring etablieren müssen, das Sie rechtzeitig warnt, wenn eine Ankündigung kommt.

Dieser Aufwand ist beherrschbar, wenn er von Beginn an eingeplant wird. Er wird ein Problem, wenn er ignoriert wird.

5. Wie sehen die kommerziellen Konditionen im Vergleich aus?

Dieser Steuerungsmoment ist der sensibelste: Die Konditionen in BTPEA können von den bestehenden CPEA-Konditionen abweichen. Verhandlungshistorie, Commitment-Niveau und Rabattstruktur werden neu verhandelt.

Eine faire Gegenüberstellung erfordert drei Elemente: erstens den Credit-Preis pro Capacity Unit in beiden Szenarien, zweitens die Gesamtkosten unter Berücksichtigung von Services, die als separate Subscriptions weitergeführt werden müssten, und drittens die Auswirkungen auf die Flexibility-Struktur, falls sich Ihr BTP-Verbrauch in der nächsten Laufzeit verändert.

Wer diese drei Elemente nicht vollständig gegenüberstellt, entscheidet auf Basis unvollständiger Informationen.

6. Wie viel Vorlauf haben Sie bis zur Renewal?

Das ist oft die unterschätzte Frage. Renewal-Verhandlungen unter Zeitdruck erzeugen schlechtere Ergebnisse. Nicht weil Zeitdruck grundsätzlich schlecht ist, sondern weil eine fundierte Modellentscheidung Zeit braucht: für das Service-Inventar, die Deprecation-Prüfung, den kommerziellen Vergleich und die Verhandlung.

Erfahrungswert aus der Praxis: Für eine strukturierte Renewal-Vorbereitung bei mittleren BTP-Volumina sollten mindestens vier bis sechs Monate vor dem Renewal-Termin begonnen werden. Bei größeren Portfolios und komplexen Subaccount-Strukturen ist ein Vorlauf von sechs bis neun Monaten realistisch.


Entscheidungs-Checkliste: CPEA oder BTPEA?

Die folgende Matrix fasst die relevanten Kriterien zusammen. Sie ersetzt keine individuelle Analyse, gibt aber einen strukturierten Ausgangspunkt.

KriteriumCPEA bleibt richtigMigration zu BTPEA sinnvoll
Service-InventarAlle genutzten Services im CPEA-Katalog abgedecktBedarf an BTPEA-exklusiven Services (SAC, AI)
ZukunftsplanungStabiler Service-Mix, keine neuen SAP-Additions geplantNeue SAP AI-Services oder SAC über EA geplant
Deprecation-RisikoKein produktiver Workload auf potenziellen Gruppe-2-ServicesProduktive Nutzung von Services in Gruppe 2 mit Monitoring-Kapazität
Kommerzieller VergleichCPEA-Konditionen günstiger oder gleichwertigBTPEA-Konditionen vergleichbar oder günstiger, Gesamtbild positiv
VorlaufWeniger als vier Monate bis RenewalAusreichend Vorlauf für fundierte Analyse vorhanden
MigrationLegacy-Services ohne BTPEA-Pendant im aktiven EinsatzAlle aktiven Services im BTPEA-Katalog verfügbar

Wenn die linke Spalte überwiegt: CPEA weiterführen ist eine valide Entscheidung. SAP hat keine Abkündigung des Modells kommuniziert. Wenn die rechte Spalte überwiegt oder einzelne Kriterien ein deutliches Signal geben (insbesondere der SAC- oder AI-Services-Bedarf): Das nächste Renewal ist der richtige Steuerungsmoment für die Migration.


Was die Migration technisch bedeutet

Eine häufige Fehlannahme: Migration von CPEA zu BTPEA bedeutet eine technische Umstellung mit Downtimes und Datenmigration. Das stimmt nicht.

Der Global Account, alle Subaccounts, laufende Services und ihre Konfigurationen bleiben unverändert. Es werden die neuen kommerziellen Konditionen auf dem bestehenden Global Account aktiviert (Quelle: ASUG, SAP Experts Detail New SAP BTP Enterprise Agreement). Was sich ändert, ist der Vertragsrahmen, nicht die technische Umgebung.

Der Aufwand liegt auf der kommerziellen und Governance-Seite: neue Konditionen verhandeln, Service-Scope-Differenzen klären, Deprecation-Policy in das Monitoring integrieren und interne Verantwortlichkeiten für die neuen Anforderungen definieren.

Diese Arbeit ist investierbar. Sie sollte aber nicht unter Zeitdruck und ohne vollständiges Service-Inventar angegangen werden.


Vier Steuerungsmomente in der Renewal-Vorbereitung

Renewal-Vorbereitung ist kein einmaliges Gespräch. Sie besteht aus mehreren Steuerungsmomenten, die unterschiedliche Rollen im Unternehmen betreffen.

Nutzung: Vor dem Renewal sollte das Verbrauchsmuster der letzten zwölf Monate analysiert werden. Welche Services wurden wie stark genutzt? Wo entstand ungeplanter Mehrverbrauch? Diese Daten sind die Grundlage für eine realistische Dimensionierung des neuen Credit-Budgets.

Berechtigungen: Welche Entitlements wurden aktiviert, aber nicht genutzt? Welche Services sind in Subaccounts konfiguriert, die keinem aktiven Projekt mehr zugeordnet sind? Shelfware im BTP-Kontext belastet das Credit-Budget, liefert aber keinen Gegenwert. Renewal ist der richtige Zeitpunkt, diese Positionen zu bereinigen.

Infrastruktur: Wenn BTPEA in Frage kommt: Welche Services fallen in Gruppe 2? Sind produktive Workloads betroffen? Ist ein Deprecation-Monitoring in der Organisation eingerichtet, das diesen Bereich kontinuierlich überwacht?

Kosten: Wie hat sich der ACV der BTP-Position über die laufende Vertragslaufzeit entwickelt? Gibt es Derived Charges, also Kosten, die sich nicht direkt aus dem Vertragswerk herauslesen lassen? Die Renewal-Vorbereitung ist der Moment, an dem alle Kostenpositionen auf Richtigkeit geprüft werden sollten, bevor sie in die Verhandlung gehen.


Fazit

CPEA oder BTPEA ist keine Frage, die sich abstrakt beantworten lässt. Sie hängt von Ihrem konkreten Service-Inventar, Ihrer Plattformstrategie und den kommerziellen Konditionen zum Renewal-Zeitpunkt ab.

Was in jedem Fall gilt: Die Vorbereitung beginnt nicht zwei Wochen vor Renewal-Ende. Sie beginnt mit dem Service-Inventar, setzt sich mit dem kommerziellen Vergleich fort und endet in einer Verhandlungsposition, die auf vollständigen Informationen basiert.

Wer diese Steuerungsmomente strukturiert angeht, trifft eine begründete Entscheidung. Wer sie dem Zeitdruck überlässt, entscheidet auf Basis des Defaults, den SAP vorschlägt.


Nächste Schritte

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr aktuelles BTP-Vertragsmodell zu Ihrer tatsächlichen Nutzung passt und welche Steuerungsmomente Sie vor dem nächsten Renewal strukturiert angehen sollten, lohnt ein Vertragscheck. In vier Wochen erhalten Sie Klarheit über Ihre aktuelle Vertragssituation und eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Vertragscheck anfragen | Zur BTP FinOps Hub-Page


Weiterführend: CPEA vs. BTPEA: Was Sie über die zwei Credit-Modelle wissen müssen | Capacity Units und Depreciation Groups verstehen

Naechste Schritte

Wenn Sie Ihren aktuellen Vertrag auf Risiken und verfuegbare kommerzielle Hebel pruefen lassen moechten: Der FinOptory Vertragscheck ist ein Festpreis-Engagement, das in vier Wochen eine strukturierte Grundlage liefert.

Dieser Beitrag gehört zum Themen-Hub BTP FinOps und Credit-Steuerung. Für die Bewertung eines konkreten Vertrags liefert der FinOptory Vertragscheck in vier Wochen eine strukturierte Grundlage.

Bernhard Maendle
Verfasst von Bernhard Maendle Managing Consultant, FinOptory fuer SAP

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026