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Platform und Govern: Zwei Produkte, ein Ziel

SAP Contract Governance FinOptory Platform FinOptory Govern Managed Service SAP Portfolio

SAP-Verträge steuern. Nicht nur verwalten. Dieser Satz beschreibt, worum es bei FinOptory geht. Er beschreibt auch die Lücke, die wir im Markt sehen. Und er ist der Grund, warum wir unser Angebot jetzt in zwei klar getrennte Produkte gegliedert haben: FinOptory Platform und FinOptory Govern.

In diesem Beitrag erklären wir, was hinter dieser Struktur steckt, welches Problem wir damit lösen und für wen welcher Einstieg passt.

Das Problem: SAP-Verträge sind ein blinder Fleck

SAP ist für die meisten Unternehmen einer der größten IT-Investitionsblöcke. Das Portfolio umfasst weit mehr als S/4HANA oder RISE: BTP, SuccessFactors, Ariba, Concur, Analytics Cloud, Integration Suite, Signavio, Business AI. Jedes Produkt bringt eigene Metriken, eigene Laufzeiten und eigene kommerzielle Regeln mit.

Wer nur an RISE denkt, greift zu kurz. Die Herausforderung liegt im gesamten SAP-Portfolio: On-Premise-Lizenzen laufen parallel zu Cloud-Subscriptions. Klassische Named-User-Modelle existieren neben nutzungsbasierten Credits. Vertragslaufzeiten von fünf bis sieben Jahren treffen auf jährliche Budgetzyklen.

Das ist kein Vorwurf an die Unternehmen. Es ist die logische Folge eines Portfolios, das über Jahrzehnte organisch gewachsen ist und in dem mindestens fünf verschiedene kommerzielle Modelle parallel existieren.

Warum weder FinOps noch ITAM diese Lücke schließen

Es gibt etablierte Disziplinen, die verwandte Probleme lösen. FinOps-Plattformen optimieren den Verbrauch in flexiblen Systemen: Cloud-Infrastruktur mit Pay-per-Use-Modellen, ein- bis dreijährigen Commitments und jederzeit skalierbaren Ressourcen. ITAM-Werkzeuge fokussieren sich auf Lizenz-Compliance, also die Frage, ob ein Unternehmen korrekt lizenziert ist.

Beide Ansätze sind wertvoll. Aber SAP-Verträge funktionieren grundlegend anders als Cloud-Infrastruktur oder klassische Softwarelizenzen.

Das Problem ist nicht Komplexität allein. Es ist die Kombination aus Rigidität und Intransparenz. SAP-Verträge haben Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren. Die Anpassung ist asymmetrisch: Aufstockungen sind jederzeit möglich, Reduktionen nur zum Renewal. Die Preislogik ist derivativ, das heißt: Zusatzgebühren entstehen automatisch auf Basis genutzter Module, ohne dass sie separat verhandelt werden. Und Metriken wie FUE (Full Use Equivalent) sind für viele Kunden schwer nachzuvollziehen.

FinOps-Plattformen sind für dieses Umfeld nicht gebaut. ITAM-Werkzeuge decken einzelne Lizenztypen ab, steuern aber nicht den kommerziellen Rahmen über die gesamte Vertragslaufzeit. Und generische Vertragsmanagement-Systeme speichern Dokumente, verstehen aber die SAP-spezifische Vertragslogik nicht.

Genau hier setzt FinOptory an.

Zwei Produkte, ein gemeinsames Fundament

Wir haben FinOptory in zwei Produkte gegliedert, weil Unternehmen unterschiedliche Ausgangssituationen mitbringen. Manche haben ein erfahrenes SAP-Vertragsmanagement und suchen ein Werkzeug. Andere wollen die Verantwortung für die laufende Vertragssteuerung abgeben. Beide brauchen dieselbe Grundlage, aber einen anderen Rahmen drumherum.

FinOptory Platform

Die Platform ist das technische Fundament. Sie bildet neun SAP-Produkttypen und fünf kommerzielle Modelle ab: von klassischen On-Premise-Lizenzen über RISE-Subscriptions bis hin zu BTP-Credits und nutzungsbasierten Cloud-Services.

FinOptory AI ist direkt in die Platform integriert. Nicht als separates Produkt, sondern als Fähigkeit, die in jedem Arbeitsschritt zur Verfügung steht: bei der Vertragsanalyse, bei der Identifikation von Governance-Themen, bei der Vorbereitung auf Renewals. Die AI versteht SAP-Vertragsstrukturen, erkennt Muster und liefert kontextbezogene Einschätzungen.

Der Einstieg in die Platform ist kostenlos. Unternehmen, die ihre SAP-Verträge selbst steuern möchten, finden hier die Werkzeuge dafür. Kostenpflichtige Funktionen beginnen ab 36.000 bis 48.000 EUR pro Jahr, abhängig vom Umfang des SAP-Portfolios.

Die Platform richtet sich an Unternehmen, die eigene Kapazitäten für SAP-Vertragssteuerung haben und ein spezialisiertes Werkzeug suchen, das die Besonderheiten von SAP-Verträgen versteht.

FinOptory Govern

Govern baut auf der Platform auf und ergänzt sie um ein dediziertes Team, das die laufende Vertragssteuerung übernimmt. Platform plus AI plus menschliche Verantwortung.

Das bedeutet konkret: 14-tägige Review-Zyklen, in denen das Team den aktuellen Stand des SAP-Portfolios prüft, Handlungsbedarf identifiziert und Empfehlungen ausspricht. Governance-Trigger, die relevante Termine und Schwellenwerte überwachen. Und eine kontinuierliche Begleitung über die gesamte Vertragslaufzeit, nicht nur punktuell vor Verhandlungen.

Das Onboarding erfolgt unter NDA mit einem Vertragscheck als Einstieg: 7.900 EUR Festpreis, vier Wochen Laufzeit, 50 Prozent anrechenbar auf den Managed Service. Der Vertragscheck liefert eine fundierte Erstanalyse des SAP-Portfolios und identifiziert die wichtigsten Stellhebel.

Govern richtet sich an Unternehmen, die die Verantwortung für die laufende SAP-Vertragssteuerung an einen spezialisierten Partner abgeben möchten. Nicht weil sie es nicht könnten, sondern weil die notwendige Tiefe im Tagesgeschäft schwer aufrechtzuerhalten ist.

Warum ein Managed Service die bewusste Entscheidung ist

Wir werden gelegentlich gefragt, warum FinOptory nicht einfach ein Dashboard anbietet. Die Antwort ist einfach: Weil ein Dashboard allein das Problem nicht löst.

SAP-Vertragssteuerung erfordert Kontextwissen, das sich nicht vollständig automatisieren lässt. Was bedeutet eine bestimmte Vertragsklausel im Zusammenspiel mit einer geplanten Systemkonsolidierung? Wie wirkt sich eine BTP-Nutzungsänderung auf den ACV der nächsten Phase aus? Welche Verhandlungsspielräume ergeben sich aus der aktuellen Nutzungssituation?

Diese Fragen erfordern Erfahrung, Urteilsvermögen und kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem konkreten Portfolio. Deshalb ist Govern als Managed Service konzipiert: Die Platform liefert die Datenbasis und die AI-gestützten Analysen. Das Team bringt die Einordnung und die Handlungsempfehlungen.

Das gesamte SAP-Portfolio im Blick

Ein zentraler Punkt, der uns wichtig ist: FinOptory beschränkt sich nicht auf RISE. RISE ist ein häufiger Anlass, sich mit SAP-Vertragssteuerung auseinanderzusetzen. Aber das Thema reicht weiter.

Unternehmen mit SAP betreiben typischerweise ein Portfolio aus mehreren Produkten und Vertragstypen. S/4HANA läuft mit Named-User- oder FUE-Lizenzen. BTP verbraucht Credits über CPEA. SuccessFactors rechnet pro Mitarbeiter und Modul ab. Ariba misst verwalteten Spend und Transaktionen. Concur zählt Transaktionen. Dazu kommen Analytics Cloud, Integration Suite, Business AI.

Jedes dieser Produkte folgt eigenen kommerziellen Regeln. Eine Steuerung, die nur einzelne Verträge betrachtet, verpasst das Gesamtbild. FinOptory bildet diese Breite ab, weil SAP-Vertragssteuerung nur dann wirksam ist, wenn sie das gesamte Portfolio einbezieht.

Der Einstieg

Für Unternehmen, die ihre SAP-Verträge eigenständig steuern wollen, ist die Platform der richtige Startpunkt. Der Zugang ist kostenlos, und die Platform steht sofort zur Verfügung.

Für Unternehmen, die laufende Verantwortung an einen spezialisierten Partner übergeben möchten, ist Govern der passende Weg. Der Einstieg erfolgt über den Vertragscheck unter NDA.

In beiden Fällen gilt: Die Grundlage ist dieselbe Platform, dieselbe AI, dasselbe Verständnis von SAP-Vertragsstrukturen. Der Unterschied liegt im Grad der Begleitung.

Fazit

SAP-Vertragssteuerung ist zu wichtig und zu komplex, um sie in ein einzelnes Produkt zu pressen. Manche Unternehmen brauchen ein Werkzeug. Andere brauchen ein Werkzeug und ein Team. Mit Platform und Govern bietet FinOptory für beide Situationen den passenden Rahmen.

Das Ziel bleibt dasselbe: SAP-Verträge steuern. Nicht nur verwalten.

Wenn Sie wissen möchten, welcher Einstieg für Ihre Situation passt: Sprechen Sie uns an.

Bernhard Mändle
Geschrieben von Bernhard Mändle Managing Director, FinOptory for SAP®

Welcher Einstieg passt zu Ihnen?

Ob Platform oder Govern: Beide Wege beginnen mit einem klaren Verständnis Ihres SAP-Portfolios.